Zwei Wege - Irina und Jan Wege
Das Hamburger Kunsthandwerker-Paar Irina und Jan Wege arbeitet in einem gemeinsamen Atelier in Ottensen, ihre Kunst unterscheidet sich wesentlich. Irina Wege ist Bildhauerin und gestaltet unter anderem Bronzefiguren von Mensch und Tier. Jan Wege ist Silberschmied. Unter seinen Werken sind außergewöhnliche Vasen und Teekannen, Leuchter, Schalen und anderes. Im Schloss Reinbek präsentieren Sie Ihre Arbeiten nun gemeinsam in der Ausstellung „Zwei Wege“.
Bereits während des Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg kreuzten sich die Wege. Irina Wege widmete sich der Bildhauerei bei bei Professor Wilhelm Uhlig und bei Professor Tim Scott, Jan Wege studierte im Anschluss an eine Lehre zum Goldschmied die Fachrichtung Schmuck- und Gerätedesign bei Prof. Erhard Hößle und Prof. Ulla Mayer.
In Nürnberg wird Jan Wege deutlich, dass ihm die Benutzbarkeit von Dingen wichtiger ist als das allein Schmückende. Er widmet sich von nun an konsequent der Gestaltung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs wie Vasen, Silbergerät und Leuchtern. Klare geometrische Formen finden sich in allen seinen Arbeiten. Das Spiel mit diesen und die konsequente Konzentration auf das Wesentliche ergeben am Ende die beabsichtigte Leichtigkeit oder Schwere, edle Eleganz oder puristische Kargheit. Seine bevorzugten Materialien sind Tombak, Eisen und Silber – je nach Gestaltungsabsicht und Eignung für das jeweilige Objekt. Besonderes Augenmerk richtet Jan Wege auf die Oberflächen, die seinen Objekten zusätzlich einen hohen Wiedererkennungswert verleihen. Jan Wege hat eine Vielzahl von Preisen und Auszeichnungen erhalten und seine Arbeiten sind in zahlreichen Museen vertreten.
Irina Wege bleibt in ihrem künstlerischen Ausdruck konsequent im Figürlichen. Ihre Arbeiten bestechen durch ihre besondere Sicht auf den Menschen und deren Beziehung zueinander. Es geht ihr nicht um die idealtypische Abbildung des Menschen und nicht um Schönheitsideale. Irina Wege schafft Charaktere mit einer besonderen Ausstrahlung, einer Aura oder Poesie, die die Seele berühren. Ihre Figuren nehmen Positionen des Alltags ein, mit Gesten, die uns geläufig sind. Da ist nichts gekünstelt Posierendes, ihre Figuren sind fein beobachtet und wie zufällig in Szene gesetzt. Es ist ihr wichtig, gelebtes Leben in Szene zu setzen - unterschiedliche Massen von Körperlichkeit, untersetzte weibliche Körper sind für sie interessant, oder auch das vom Leben gezeichnete Antlitz älterer Menschen – diese zu beobachten und in eine neue, kraftvolle Form zu bringen, treibt sie immer wieder an. Auch bei ihren Tierplastiken folgt Irina Wege ihrer skulpturalen Grundidee: Es geht ihr nicht um das Portrait des geliebten Hundes oder die Abbildung bestimmter Rassen. Die Werke von Irina Wege sind größtenteils in Bronze gegossen oder aus Holz geschnitzt.
Schleswig-Holstein-Magazin: Skulpturen und Silberschmiedearbeiten im Schloss Reinbek